Organon – Prinzipien der Homöopathie

Die Homöopathie behandelt kranke Menschen auf der Basis der Natur und damit des Menschen herrschenden Prinzipien, das sind natürliche Gesetze der wahren Natur des Menschen.

 

So stellt die Homöopathie in ihrer Behandlung keine Hypothesen und Annahmen über das Krankheitsgeschehen und deren Heilungsverlauf. Hypothesen und Annahmen können sich nämlich ständig verändern und dadurch Verwirrung bringen.

 

Ein/e kundige/r Homöopath/in erhält durch die Ausrichtung an den naturgegebenen Prinzipien, eine Orientierung und damit die Gewissheit, wie Krankheit entsteht und Heilung geschehen kann. Er/sie weiss also und ist nicht auf schwankende Meinungen und Annahmen angewiesen (J.T. Kent, Prinzipien der Homöopathie, 2000, S. 11-12).

Paragraph 1 Organon:

«Des Arztes höchster und einziger Beruf ist, kranke Menschen gesund zu machen, was man heilen nennt.»

 

(J.T. Kent, 2000, S. 12)

 

Was heisst das nun in der Homöopathie?

Wie beschreibt die Homöopathie den kranken Menschen?

 

Hahnemann sagt dazu: «Es gibt keine Krankheiten, sondern nur kranke Menschen» S.20).

 

Wie können wir das verstehen?

 

Aus der Wissenschaft und der Forschung wissen wir grundsätzlich, dass hinter allem was ist, eine Ursache besteht. So ist es auch bei Krankheiten. Hinter einer Erkrankung (diagnostiziert oder nicht) besteht also immer eine Ursache. Das bedeutet: hinter allem was wir auf eine Art, mit unseren Sinnen, betrachten können (auch mikroskopisch), existiert eine Ursache. Nichts kann ohne einen Grund entstehen. Es ist also etwas vorangegangen, das schon vorher da war, aber nicht bewusst wahrgenommen wurde.

 

Alles was Körper ist, kann mit den Sinnen wahrgenommen werden. Wenn der Mensch stirbt, bleibt der Körper zurück. Was hat sich beim Tod verabschiedet, was vorher den Körper belebte? Was vorher seinen Gesichtsausdruck und seine Mimik, seinen Bewegungsgang und seine Art zu handeln ausgemacht hat?

 

Es ist der Charakter des Menschen. Der Charakter eines Menschen besteht aus seinem Willen (wollen) und seinem Verstand (denken). Das ist das innere Wesen des Menschen, aus der die Kraft zum Leben entspringt, seine Lebenskraft. Wenn die Homöopathie davon spricht, den kranken Menschen zu heilen, dann spricht sie also nicht nur von seinem Körper, sondern vor allem von seinem inneren Wesen. Das innere Wesen wird zuerst krank, bevor die Krankheit auf der Körperebene erscheint. Das innere Wesen, geht dem Körper voraus. Der Körper ist wie das Haus, das durch das Wollen und Denken des Menschen gebaut wurde. Das Haus ist auf die Art und Weise ausgestattet und gestaltet, wie der Mensch denkt, liebt und ist.

 

Ein Mensch wird krank, wenn eine Unordnung in seinem Inneren entsteht. Wenn also zwischen seinem Willen (das, was der Mensch will, tut und für sich umsetzt oder nicht) und seinem Verstand (das, was der Mensch denkt, was für ihn gut ist oder schlecht und wie er über sich, die Welt und andere denkt) eine Unstimmigkeit entsteht. Eine Veränderung am inneren Wesen des Menschen, sei das in eine krankmachende oder eine gesundmachende Weise, zeigt seinen Ausdruck, sein Erscheinungsbild am Körper. So wie es in unserem Inneren aussieht, so zeigt es sich im Aussen, an unserem Körper und dem, was uns im Leben begegnet.

 

In der Symptomerfragung ist es für die Behandlung des kranken Menschen zentral, nicht nur die körperlichen Erscheinungen zu erfragen. Denn meistens werden körperliche Symptome erst mit der Zeit sichtbar. Zeichen von Krankheit sind aber bereits vorhanden, bevor sie sich körperlich in Symptomen ausdrücken, oder der Arzt eine Krankheit diagnostizieren kann. Wenn diese Anzeichen anhalten, können sich daraus mit der Zeit Schädigungen des Gewebes, der Organe und des Körpers entwickeln, die möglicherweise nicht mehr zu heilen möglich sind. Deshalb ist es wichtig, diese nicht mit den Sinnen wahrnehmbare Unordnung im Menschen, wahrzunehmen.

 

Darunter gehören zum Beispiel:

 

·         «Ich kann nachts nicht schlafen»

·         «Ich habe Missempfindungen»

·         «Ich habe Schmerzen»

·         «...

 

Jegliche Symptome, die vom ursprünglichen Zustand abweichen, werden als Symptome, als die Sprache der Natur betrachtet und weisen auf das innere Wesen des Menschen hin, allen voran unsere Gemütsverfassung, also so, wie es uns in unserer Seele geht. Die Homöopathie behandelt somit, im besten Fall, schon bevor eine Krankheit auf körperlicher Ebene auftaucht. Es ist eher so, dass bei körperlichen Symptomen, herausgefunden werden muss, was die Symptome und Auslöser vor dieser körperlichen Erscheinung war, um an den Ursprung der Unordnung im Inneren des Menschen zu gelangen. Denn meistens werden die Ursprünge über Generationen (Miasmen) weitergegeben und finden ihre Auslöser zum Beispiel in der Kindheit (unerfülltes Bedürfnis, Streit der Eltern, schlechte Nachricht, Verlust, Schreck, Ärger etc.)

 

 

Die Homöopathie behandelt also die Ursache und die Auslöser des kranken Menschen, die innere Unordnung und nicht deren Auswirkungen (Symptom, Krankheit).

 

Ein Beispiel: Hautausschlag

Wenn zur Behandlung eines Hautausschlages lokal ein Mittel eingesetzt wird (z.B. eine Cortisonsalbe) und der Ausschlag danach verschwindet, heisst das nicht: dass der Mensch geheilt ist, nur weil das Symptom auf der körperlichen Ebene verschwunden ist. Diese Reduktion beruht auf Unbewusstheit, ja sogar Dummheit, denn nach den natürlichen Prinzipien wissen wir, dass die Ursache auf tieferer Ebene vorhanden ist. Der Hautauschlag ist zwar weg, aber die Ursache noch nicht. Was bedeutet das logischerweise? Es werden sich wieder Symptome zeigen. Weil jetzt aber das Symptom auf der Haut, ohne die Heilung des wirklichen Ursprungs weggemacht wurde, werden die Symptome komplizierter und wandern im Körper weiter, hin zu lebensbedrohlicheren Orten im Körper.

 

Die Unterdrückung (Symptombekämpfung) verlief gegen die natürlichen Prinzipien, gegen das Leben und die Lebenskraft des Patienten, somit wird ein Signal gegen das Leben (des Sterben-Wollens) ausgedrückt, was den Menschen in seiner Lebenskraft schwächt und ihn kränker macht. Andere, komplexere Krankheiten können sich nun zeigen. Eine Behandlung des Hautausschlages, mit der Ausrichtung an den natürlichen Prinzipien, verläuft also zuerst vom ganzen Menschen hin zur Haut, nicht umgekehrt. Mit dem richtigen homöopathischen Mittel verbessert sich also zuerst das innere Wesen, eine innere Ordnung wird hergestellt, ein Signal des Leben-Wollens ausgedrückt, bevor sich eine Veränderung auf körperlicher Ebene zeigt.

 

Es gibt also wie Hahnemann sagte, «...keine Krankheiten, sondern nur kranke Menschen (J.T. Kent, 2000, S. 20).

 

Quelle: J.T Kent, Prinzipien der Homöopathie, übersetzt von M. Tiedemann, 2000, S. 11-25

 

 

Quelle: Mohinder Singh Jus, Die Reise einer Krankheit. Homöopathie verstehen – ein praktischer Leitfaden. 2019


Paragraph 2 Organon:

 

«Das höchste Ideal der Heilung ist schnelle, sanfte, dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit, oder Hebung und Vernichtung der Krankheit in ihrem ganzen Umfange auf dem kürzesten, zuverlässigsten unnachteiligsten Wege, nach deutlich einzusehenden Gründen.»

 

 (J.T. Kent, 2000, S. 26)

 

Das höchste Ideal des Heilens - die Natur des Heilens:

 

Wir sehen tagtäglich in der homöopathischen Praxis, dass Symptome weiterwandern, wenn sie unterdrückt oder von aussen weg behandelt werden (reine Symptombekämpfung), und auf eine ernsthaftere und lebensbedrohlichere Weise wieder auftauchen können. Viele Menschen erkennen dieses Phänomen nicht und glauben, dass sie eine neue Erkrankung bekommen haben, die keinen Zusammenhang mit früheren Symptomen hat – da diese ja nicht mehr vorhanden sind.

 

Ohne die Behebung der Ursache (eine innere Unordnung) von Symptomen, wird sich diese innere Unordnung weiter bemerkbar machen und die Symptome bleiben. Die Lebenskraft möchte auf diese innere Unordnung aufmerksam machen und vermittelt zwischen Krankheit und Gesundheit. So werden Symptome produziert, um darauf hinzuweisen, dass im Inneren etwas nicht in Ordnung ist. Durch eine reine Symptombekämpfung oder Symptomunterdrückung, ohne Behandlung deren inneren Unordnung, werden zunehmend ernsthaftere und lebensbedrohlichere Bereiche unseres Körpers betroffen, was unsere Lebenskraft und Widerstandsfähigkeit schwächt.

 

Der Paragraph 2 in der Homöopathie lehrt uns die Natur des Heilens. Wie können wir das verstehen?:

 

Es wird von der Wiederherstellung der Gesundheit gesprochen, nicht von Symptombeseitigung. Der Fokus ist klar auf die Gesundheit gerichtet und das meint: die innere Ordnung im Menschen wiederherzustellen. Die reine Symptombekämpfung ist nicht ganzheitlich angedacht, und kann deshalb auch den Menschen in seiner Gesundheit nicht ganzheitlich unterstützen. Wenn also Symptome zwar verschwinden (Hautauschlag), jedoch die Gesundheit (innere Ordnung) nicht ganzheitlich wiederhergestellt ist, kann von Heilung nicht die Rede sein. Die Grundursache ist noch da, es wurde lediglich an dessen Auswirkungen behandelt. Wenn Heilung geschieht, kann der kranke Mensch das innerlich fühlen. In der Homöopathie wissen wir, dass, wenn ein Symptom verschwindet und sich eine innere Verbesserung zeigt (oft noch bevor das Symptom selbst verschwindet), die Krankheit durch Gesundheit ersetzt wurde (innere Ordnung).

 

Die richtige Behandlung erfolgt ausserdem schnell, sanft und dauerhaft. Die homöopathische Behandlung ist eine sanfte Methode und hat beim richtigen Mittel eine dauerhafte und rasche Wirkung. Die innere Ordnung wird wiederhergestellt und so kann das Äussere des Menschen in die Ordnung rücken. Dennoch kann ein Mensch bei der Herstellung dieser Ordnung starke Reaktionen zeigen.

 

Allopathische Arzneimittel der Schulmedizin sind im Gegensatz gefährlich, es kann zu massiven Nebenwirkungen in der Psyche und Geist kommen. Tabletten scheinen sanft, die Inhaltsstoffe sind jedoch stark und gefährlich. Viele Menschen glauben, dass diese Mittel eine Wirkung auf ihre Probleme haben, weil Symptome nach der Mittelgabe verschwinden können (Der Hautausschlag verschwindet, die Schmerzen verschwinden vorübergehend...). Die Wirkung dieser Mittel kann jedoch nicht die Ursache (die innere Unordnung) erreichen, sie reagiert nur auf die Auswirkungen davon und im schlimmsten Fall werden Symptome unterdrückt. Weil die Symptome weg sind, glauben aber viele Menschen, dass das Mittel gewirkt hat. Durch Symptomunterdrückung und deren noch vorhandene, aber nicht erreichte Ursache, zieht sich die Lebenskraft weiter zurück in das Innere des Menschen und zeigt sich dort auf eine komplexere Weise, in einem anderen Erscheinungsbild. Oft wird dann das alte Erscheinungsbild des Problems nicht in den Zusammenhang gebracht mit dem neuen Erscheinungsbild desselben Problems. Viele Menschen denken, es zeige sich ein neues Problem, eine neue Krankheit und sie sehen nicht, dass die neuen Symptome etwas mit den alten Symptomen gemeinsam haben: nämlich dieselbe Ursache und deren falschen Behandlung. Mit jeder weiteren Symptomunterdrückung werden die Symptome lebensbedrohlicher und schlussendlich wird der Mensch daran sterben.

 

Die Heilung erfolgt nach deutlich einzusehenden Gründen, das heisst, nach klaren, unverrückbaren Prinzipien, also weder durch Vermutungen, noch etwas, was es zu beweisen gilt, oder immer nach dem gleichen Rezept angewendet wird.

 

Die Grundsätze, an welchen sich die Homöopathie orientiert, haben sich bisher nie verändert und werden immer die gleichen bleiben.

 

Ein allopathischer Arzt beweist Heilung dadurch:

-        Dass der Patient nicht gestorben ist

-        Die festgestellten Krankheitserscheinungen (Symptome) verschwunden sind.

 

Ein homöopathischer Arzt zeigt auf, dass es klare Grundsätze gibt, an denen er erkennen kann, dass es dem behandelten Menschen besser geht: «Die Heilung muss vom Zentrum zur Peripherie verlaufen.» (Kent, 2000, S. 31-32):

 

-          Zuerst wird das Innere des Menschen (Zentrum), das was zuerst in Unordnung geraten ist, wieder in Ordnung kommen. Das sind zuerst der Wille und dann der Verstand. Und somit eine verbesserte Gemütsverfassung.

-          Die Symptome im Äusseren (Peripherie) werden sich zuletzt ordnen. Das sind Körpererscheinung bis hin zur Körperoberfläche wie Organe, Haut, Haare, Nägel etc.

 

Die Ordnung geschieht also von oben nach unten (vom Kopf hin zu Händen und Füssen), von innen nach aussen und von den lebenswichtigen Organen zu weniger lebenswichtigen Organen. Symptome, die in dieser Reihenfolge verschwinden, sind dauerhaft geheilt. Auch wenn Symptome nach dieser Reihenfolge, aber im umgekehrten Sinne ihres Erscheinens wieder auftreten, bedeutet das, dass die verschwundenen Symptome dauerhaft beseitigt sind. Verläuft die Auswirkung der Behandlung auf diese Weise, ist sich der homöopathische Arzt der Heilung sicher.

 

Ein Beispiel: Es wurden Schmerzen in den Gelenken mit entzündungshemmenden und antirheumatischen Mitteln behandelt. Die Gelenksschmerzen sind zwar verschwunden, es hat sich dann aber, wegen der Symptomunterdrückung (reine Symptombekämpfung), Arteriosklerose in den Herzkranzgefässen (die versorgenden Gefässe des Herzens) entwickelt und dadurch ist das Risiko für einen Herzinfarkt stark gestiegen. Durch die richtige homöopathische Mittelgabe können die entzündlichen Prozesse, die sich durch die Unterdrückung der Gelenksschmerzen auf das Herz verlagert haben, wieder zurückentwickeln und heilen. Die Entzündungen werden in der Folge wieder in den Gelenken auftauchen, die Gemütsverfassung hat sich verbessert. Mit dem richtigen homöopathischen Mittel wird die innere Ordnung wiederhergestellt, welche eine ordnende Wirkung im Aussen hat. Mit zunehmender innerer Ordnung können sich auch die Gelenksschmerzen verändern.

 

Viele Menschen haben jedoch Mühe, wenn die alten Symptome wiederauftauchen und sie reagieren zuerst einmal mit Widerstand. Hier ist es wichtig zu verstehen, wie Krankheit verläuft und Gesundheit wiederhergestellt wird. Es braucht oft Geduld sich wieder auf bereits überstanden geglaubte Symptome (wie einen Hautausschlag, Warzen, oder Schmerzen in der Peripherie etc.) einzulassen. Dabei zu wissen und erfahren, dass sich im Inneren des Menschen schon ganz viel zum Besseren hin verändert hat, kann helfen, sich mit den äusseren Symptomen zu arrangieren. Man kann sich nämlich fragen: Möchte man lieber einen Hautausschlag oder Asthma? Möchte man lieber eine Warze oder eine Depression? Möchte man lieber Gelenksschmerzen oder einen Herzinfarkt etc.? Heilung bedeutet auch nicht unbedingt die Abwesenheit von Krankheit, sondern die Versöhnung und das Annehmen von dem, was ist. Das führt zu Zufriedenheit, Gelassenheit und einer inneren Ausgeglichenheit.

 

«Einem Arzt, der nicht weiss, was Ordnung ist, sollte man nicht vertrauen.» (Kent, 2000, S. 36).

 

Quelle: J.T Kent, Prinzipien der Homöopathie, übersetzt von M. Tiedemann, 2000, S. 26-36

 

Quelle: Mohinder Singh Jus, Die Reise einer Krankheit. Homöopathie verstehen – ein praktischer Leitfaden. 2019


Paragraph 3 Organon:

 

Das Heilbare und das Heilende

 

Es geht darum, im Heilungsprozess einer Krankheit, das zu betrachten, was mit dem physischen Auge nicht erkennbar ist. In der Behandlung einer Erkrankung benötigt es einen ganzheitlichen und umfassenden Blick auf deren symptomatischen Erscheinungen. Das bedeutet, dass die symptomatischen Erscheinungen einer Krankheit (z.B. eine Art von Rheumatoider Arthritis) wie z.B. Entzündungen und Schmerzen in den Gelenken, Morgensteife, Müdigkeit, Unwohlsein, leichtes Fieber, Leistungsschwäche und Nachtschweiss auf die Unordnung im betroffenen Menschen hinweisen, nicht aber das ist, was zu heilen ist. Diese Symptome sind lediglich äussere Erscheinungen und präsentieren das Bild einer inneren Störung. Die Heilung wird also nicht an diesen äusseren symptomatischen Erscheinungen oder einer Diagnose angesetzt, sondern an individuellen, aus dem Inneren kommenden Besonderheiten.

 

Das bedeutet, dass es neben einem klaren Blick des Homöopathen/der Homöopathin eine sehr gute Selbstbeobachtung des Patienten braucht. Dabei sind für eine erfolgreiche Behandlung besonders diejenigen Symptome hilfreich, die auf sehr individuelle und persönliche Eigenarten des Patienten hinweisen (z.B Kopfschmerzen; besser während dem Wasser lösen), sowie scheinbar kleine und feine Veränderungen im Inneren des Menschen aufzeigen (z.B. veränderte Gemütsstimmung, verbesserter Schlaf, etc.) . Die Veränderung von körperlichen Symptomen muss nämlich nicht unbedingt bedeuten, dass die Unordnung im Inneren des Menschen geheilt wurde.

Äussere Symptome weisen auf eine innere Unordnung hin. Sind solche Symptome vorhanden oder bleiben diese weg, zeigt dies nicht zwingend auf, ob Heilung geschieht oder nicht.

 

Beispiel – Pflanze:

Nur, weil eine Pflanze ihren Stiel und ihre Blätter hängen lässt, wird es einem kundigen Gärtner nicht in den Sinn kommen, ihre Blätter abzuschneiden. Er sieht genau, dass der Boden trocken ist und die Wurzeln zu wenig Wasser aufnehmen können, um die Pflanze zu versorgen. Dieser Gärtner hat also seinen geschulten Blick über die hängenden Blätter hinaus geöffnet und betrachtet genau, wo es eine Veränderung braucht. Die hängenden Blätter haben ihm lediglich einen Hinweis dafür gegeben, dass der Pflanze etwas fehlt. Giesst er nun den Boden, werden sich die Blätter, solange sie noch Lebenskraft in sich tragen, langsam erholen und wieder kraftvoll erscheinen. Zuerst wird sich der Stiel aufrichten, danach werden vielleicht einige Blätter abfallen, andere werden sich wieder entfalten. Es könnte aber auch sein, dass die hängende Erscheinung durch einen Befall von Insekten an den Wurzeln kommt. Dann wäre weder das Blätterschneiden, noch eine Behandlung mit Wasser sinnvoll und heilend.

Um das Heilbare zu finden, muss der Gärtner, mit seinem geschulten Blick genau wahrnehmen, wo sich die Pflanze mit ihrer Unordnung, in ihrer Eigenart zeigt. So wird dann nicht das äussere Symptom (hängende Blätter) - eine generelle Erscheinung – behandelt, sondern gezielt da, wo etwas zu verändern möglich ist - nämlich am Boden oder den Wurzeln.

 

Der Homöopath/die Homöopathin behandelt also nicht alle symptomatischen Erscheinungen, sondern wählt die zu behandelnden Symptome sorgfältig nach ihrer Veränderbarkeit - ihren Veränderungsmöglichkeiten, aus. Er orientiert sich dabei klar an den unverrückbaren, natürlichen Prinzipien und hat eine klare Vorstellung davon, wie Ordnung oder Unordnung entsteht. Und das geschieht von Innen nach Aussen, durch feine Veränderungen im Inneren des Menschen.

 

Somit beginnt eine Krankheit also im Inneren des Menschen, aus seinem Zentrum heraus. So, wie ein Mensch denkt und handelt (Wille) entscheidet sich, was er im Aussen ausstrahlt und für das physische Auge in Erscheinung tritt (z.B. eine Krankheit, Symptome, Probleme in Beziehungen oder am Arbeitsplatz, etc.). Äussere Dinge (wie Bakterien, Viren oder seine Umgebung) machen den Menschen nicht krank, es ist die Art und Weise, wie ein Mensch denkt und handelt (Ursachen, die im Menschen liegen), die ihn empfänglich für Krankheiten macht.

 

Beispiel – Grippewelle:

Das bedeutet auch, dass Menschen mit ähnlichen symptomatischen Erscheinungen (z.B. Grippewelle: Husten, laufende Nase, Fieber), nicht unbedingt dasselbe Arzneimittel benötigen. Die Symptome weisen ja lediglich auf eine Unordnung im Inneren hin, welche den Menschen empfänglich für die aktuelle Grippewelle gemacht hat. Diese Ursache, die den Menschen überhaupt empfänglich dafür machte, kann aber nicht bei allen Menschen dieselbe sein, sie ist individuell. Deshalb ist eine Behandlung aufgrund allgemeiner Symptome dieser aktuellen Grippewelle nicht unbedingt heilend, jedoch hinweisend und klärend. Um an den Ursprung der Unordnung zu gelangen, welche empfänglich für allgemeine Krankheitserscheinungen (Husten, laufende Nase, Fieber) machte und um diese zu behandeln, müssen in einer ganzheitlichen Behandlung die allgemeinen Krankheitserscheinungen (Husten, laufende Nase, Fieber) von den individuellen Symptomen (z.B. besser viel Essen trotz hohem Fieber, besser kalte Getränke, etc.) unterschieden werden können.

 

Der kunstgerechte Heilungsweg verläuft also über die Betrachtung von allgemeinen Symptomen, bleibt da jedoch nicht hängen und führt weiter bis zu dem Besonderen, welches sich beim Menschen ganz individuell zeigt. Jedes Arzneimittel in der Homöopathie deckt bestimmte allgemeine Symptome ab, hat aber auch seine ganz individuelle Besonderheit. So kann durch diese feine Differenzierung das passende Mittel (Ähnliches wird mit Ähnlichem geheilt) für den Patienten gefunden werden. Und zwar über die allgemeinen Symptome bis hin zu den kleinen und individuellen Besonderheiten (innere Lebensäusserungen und Denken) des zu behandelnden Menschen.

 

«Zunächst betrachtet er (der Homöopath/die Homöopathin) die allgemeinen Wesenszüge der Krankheit, dann sieht er, wie sich im kranken Individuum diese Züge der Krankheit in dessen Wesenszügen zeigen.» (J.T. Kent, 2000, S.45)

 

Paragraph 3 Organon:

«Sieht der Arzt deutlich ein, was an Krankheit da ist, was an jedem einzelnen Krankheitsfalle insbesondere zu heilen ist (Krankheits-Erkenntnis, Indication), sieht er deutlich ein, was an den Arzneien, das ist, an jeder Arznei insbesondere, das Heilende ist (Kenntniss der Arzneikräfte), und weiss er nach deutlichen Gründen das Heilende der Arzneien auf das, was er an dem Kranken unbezweifelt Krankhaftes erkannt hat, so anzupassen, dass Genesung erfolgen muss, anzupassen sowohl in Hinsicht der Angemessenheit der für den Fall ihrer Wirkungsart geeigneten Arznei (Wahl des Heilmittels, Indicat), als auch in Hinsicht der genau erforderlichen Zubereitung und Menge derselben (rechte Gabe) und der gehörigen Wiederholungszeit der Gaben: kennt er endlich die Hindernisse der Genesung in jedem Falle und weiss sie hinwegzuräumen, damit die Herstellung von Dauer sey: So versteht er, zweckmässig und gründlich zu handeln und ist ein ächter Heilkünstler (J.T. Kent, 2000, S. 37)

 

Quelle: J.T Kent, Prinzipien der Homöopathie, übersetzt von M. Tiedemann, 2000, S. 37-47

 

Quelle: Mohinder Singh Jus, Die Reise einer Krankheit. Homöopathie verstehen – ein praktischer Leitfaden. 2019

Unsere Haltung zum Impfen

 

Das Prinzip von Innen nach Aussen

Wir orientieren uns in der Behandlung von Menschen an deren inneren Ordnung. Gemäss dieser Ordnung verläuft Heilung von Innen nach Aussen. Veränderungen entstehen also immer zuerst im Zentrum (Geist, Wille und Verstand), bevor sie in die Peripherie (Körper) treten. Die Lebenskraft steht als Vermittlerin zwischen dem Zentrum und der Peripherie und macht auf ein inneres Ungleichgewicht aufmerksam.

 

Krankheiten und auch Heilung geschehen nach dem Prinzip, von Innen nach Aussen. Das, was wir in der Peripherie (unserem Körper) wiederfinden, ist eine Spiegelung von dem, was im Zentrum los ist. So sind unser Wille und unser Verstand Auslöser von Krankheiten. Krankheiten entstehen aufgrund dessen, wie wir mit den Dingen, mit uns selber und anderen umgehen. Es ist also nicht möglich, dass eine Krankheit von der Peripherie in das Innere eindringt. Wenn etwas im oder auf dem Körper erscheint (Symptome), war es bereits im Geist, in uns vorhanden. Wir sind also «...geschützt gegen Dinge, die von Aussen nach Innen fliessen» (J. T. Kent, Prinzipien der Homöopathie, 2000, S. 51).

 

Das bedeutet, dass nicht die eigentliche Erkrankung (Kinderkrankheiten, Grippe, Starrkrampf etc.) bekämpft werden müsste, wie es mit dem Impfen versucht wird, sondern durch eine Behandlung des Inneren (Wille und Verstand) eine Veränderung im Denken entstehen kann. Der Mensch wird in seiner Lebenskraft, in seinem Immunsystem so gestärkt, damit er mit Krankheiten einen guten Umgang finden kann (Bsp. Erkrankung mit Fieber; das Immunsystem erzeugt Fieber und wehrt dadurch die Viren, Bakterien und Co. auf natürliche Weise ab). 

 

Wir vertrauen also mit diesen natürlichen Prinzipien darauf, dass, wenn die Gemütsstimmung gut ist, es auch dem Körper besser geht, bzw. seine Abwehrkraft gestärkt wird. Veränderungen im Körper werden jedoch nicht so schnell sichtbar sein, anhand einer gelasseneren Stimmung können wir dennoch bereits den Weg der Heilung erkennen. Wobei Heilung nicht unbedingt das Wegbleiben von Krankheitssymptomen bedeuten muss.

 

Impfen, Grippeimpfungen

Aus diesem Grund macht es für uns keinen Sinn, den Menschen zu impfen, um ihn gegen Krankheiten zu wappnen. Grippeimpfungen werden zum Beispiel aus Erregern des Vorjahres hergestellt, es erfolgt eine Nachahmung der Erkrankung. Wenn man also Grippeimpfungen macht, dann wirkt das in diesem Jahr nicht richtig, weil die Viren sich in diesem Jahr bereits verändert haben. Impfungen greifen in unser Immunsystem ein, was einerseits eine gewollte Wirkung ist, andererseits können Wirkungen eintreten, die nicht absehbar sind oder sogar auf eine längere Zeit hin unbekannte Reaktionen auslösen können. Gerade Grippeimpfungen haben nur eine kurze Untersuchungszeit und Langzeitstudien zu den Auswirkungen dieser Impfungen fehlen.

 

Es ist also durchaus möglich, dass durch eine Impfung Abwehrfunktionen geschwächt werden, so dass bei einer Ansteckung des eigentlichen Virus, das Virus zwar bekämpft werden kann, jedoch gewisse Funktionen in der Immunreaktion geschwächt sind oder Immunreaktionen provozieren und so das Immunsystem eher schwächen als stärken. Immunreaktionen können auch durch eine natürliche Infektion entstehen, der Weg der Infektion ist aber durch die Impfung ein anderer. Es werden die Schleimhäute umgangen und eine direkte Injizierung in den Organismus erfolgt. Es kann zu erheblichen Reaktionen kommen, es scheint ein wesentlicher Unterschied für den Körper zu sein, ob die Erreger direkt in den Körper oder über den natürlichen Weg in den Körper gelangen (Vergleich: http://www.impfschaden.info/impfungen-allgemein/immunsystem.html).

 

Wir sind nicht generell gegen Impfungen. Wer zum Beispiel grosse Ängste hat, wenn er nicht geimpft wird, sollte sich vielleicht besser impfen lassen. Ängste und Sorgen schwächen nämlich die Lebenskraft stark und beispielsweise solche Dilemmas der Eltern beeinflussen natürlich auch die Kinder in ihrem Gemüt und in ihrer Lebenskraft. 

 

Deshalb empfehlen wir: Informieren Sie sich gründlich über die Wirkungen und Nebenwirkungen von Impfungen und dann treffen Sie eine klare Entscheidung, hinter der Sie stehen können. Gerne beraten wir Sie dabei. Folgende Website bietet nützliche Informationen zu den einzelnen Impfungen: www.impfo.ch. Zudem können wir Ihnen folgendes Buch empfehlen: "Lesen Sie dieses Buch bevor Sie Impfling" von August Zoebl.

 

Viren, Bakterien und Co.

Viele haben Angst vor Viren und Erregern und bezeichnen diese als «gefährliche» Eindringlinge in unser Immunsystem. Sie werden nicht als Teil eines funktionierenden Immunsystems betrachtet, sondern als Eindringlinge, welche unserem Immunsystem schaden wollen, um uns krank zu machen. Immunsystem und Erreger gehen jedoch Hand in Hand und sind miteinander in Verbindung. Wenn eine Störung aufkommt, wird durch das Zusammenspiel von Erreger und Immunsystem eine immunologische Reaktion ausgelöst, um das Ungleichgewicht wiederherzustellen. Wenn hier nun, wie beispielsweise sehr häufig bei Fieber, eingegriffen wird, also das Fieber gesenkt wird, dann werden die Selbstheilungskräfte des eigenen Organismus unterbunden und schwächen diesen. Fieber ist eine gesunde Immunreaktion, mit welcher Viren abgetötet werden können. Durch Fiebersenkung können Komplikationen entstehen, woran Menschen sterben können. Fieber als Symptom wird oft als gefährlich oder schädlich betrachtet und bekämpft, es wird Symptombekämpfung gemacht. Genau das schwächt aber unser Immunsystem massiv. Symptome sind aus unserer Sicht nur Ausdruck der Abwehrkraft, nicht etwas, was zu bekämpfen ist. Jede Symptombekämpfung schwächt unser Immunsystem und unsere Lebenskraft und macht uns dadurch empfänglicher für kompliziertere und einschneidendere Erkrankungen.

 

Die Reise einer Krankheit

Bei Covid-19, aber auch bei jeder anderen Grippe, sind Menschen mit Vorerkrankungen besonders gefährdet. Bis es zu Vorerkrankungen kommt, ist bereits schon einiges mit unserem Immunsystem geschehen. Die Lebenskraft wurde nachhaltig geschwächt.

 

Oft werden belastende Situationen, Stress und Ängste oder Wut in unserer Gesellschaft unterdrückt oder ignoriert. Psychische Belastungen haben eine grosse Auswirkung auf unsere Gesundheit und unser Immunsystem. Wenn nun Symptome unterdrückt werden, weggemacht und nicht in Zusammenhang gebracht werden mit Ereignissen, die passiert sind, dann zeigt sich die Problematik auf einer tieferen und komplexeren Ebene. Für uns ist es die Lebenskraft, die als Vermittlerin zwischen Gesundheit und Krankheit auf ein tieferliegendes Problem aufmerksam macht, um gesehen und gehört zu werden. Unsere Lebenskraft gibt uns die Gelegenheit, um korrigierend eingreifen zu können. Wenn ein Husten, mit Medikamenten symptomfrei gemacht wurde, bedeutet das nicht, dass auch die Grundursache des Hustens gelöst ist. Diese wird sich auf eine andere Weise wieder bemerkbar machen -> beispielsweise bekommt der Patient jetzt Asthma. Die Krankheit wandert also weiter und tiefer, weil mit der Symptombefreiung keine Auflösung der Grundursache entstanden ist. Medikamente, Antibiotika und andere Massnahmen können Symptome lindern und beschwerdefrei machen. Die Grundursache, weshalb ein Mensch jedoch überhaupt anfällig für Erkrankungen wird, wurde durch die Symptombehebung nicht behandelt. Somit wird das Immunsystem mit und durch diese Massnahmen weiter geschwächt werden, weil der Mensch die Kraft nicht aus sich selbst hervorbringt, die Grundursache zu beheben. Im ersten Moment entsteht durch die Symptombefreiung wahrscheinlich eine Erleichterung. Dass die Krankheit sich aber auf anderer Ebene wieder zeigen kann (z.B. der Gemütszustand wird trüber), wird aber dann nicht in den Zusammenhang gebracht.

 

Fazit

Aus unserer Sicht ist es wichtig zu erkennen, dass wir selber Natur sind und somit Viren, Bakterien und Co. mit unserem Immunsystem zusammenspielen. Sie stellen also keine Bedrohung dar oder müssten bekämpft werden. Wir leben mit ihnen und, wenn wir im Gleichgewicht sind und eine starke Lebenskraft haben, werden wir auch keine «ansteckende» Grippe bekommen, oder falls doch, dann sehr gut mit einer solchen zurechtkommen. Wir sollten aber unser Immunsystem soweit stärken, damit wir bei einem inneren Ungleichgewicht, und einer geschwächten Lebenskraft weniger anfällig für Erkrankungen werden. 

 

Wir Menschen haben immer noch das Gefühl, die Natur unter Kontrolle haben zu wollen. Doch diese Unterfangen wird nicht möglich sein, denn die Natur an sich ist viel Grösser als wir. Wir sind lediglich ein Teil der Natur. Wir unterstehen den natürlichen Prinzipien und dürfen erkennen, dass wir gegen das Leben arbeiten, wenn wir unser Leben nicht nach diesen natürlichen Gesetzen ausrichten. Die Natur enthält alles in sich, um ein natürliches Gleichgewicht aufrecht zu erhalten, von den kleinsten Einheiten bis zu grösseren Systemen. Wir brauchen da weder eigenwillig einzugreifen, noch uns von Ängsten leiten zu lassen. Am heilsamsten ist es, wenn wir unsere Bilder und Vorstellungen von dem, wie etwas sein soll und wie Heilung auszusehen hat, loslassen und uns in Demut und Dankbarkeit der Natur hin üben.

 

 

Bei Fragen und Unsicherheiten dürfen Sie sich gerne bei uns melden:

  

Annina Frey, Sozialarbeiterin FH, Pflegefachfrau HF

Rolf Aeppli, Dipl. Homöopath SHI–hfnh, NHP mit eidg. Diplom in Homöopathie

 

Gedankenkraft und unsere Lebenskraft

Wenn unser Sicherheitsgefühl schwindet, suchen wir umso mehr nach etwas, was uns ein Gefühl der Sicherheit gibt. Doch wir werden es nicht finden, wenn wir uns auf eine Sicherheit ausserhalb von uns fokussieren. Was passiert, wenn diese Sicherheit entfällt? Wir werden versuchen, diese Sicherheit aufrecht zu erhalten. Wir hängen uns an diese äussere Sicherheit und nehmen in Kauf, unsere innere Freiheit zu verlieren. Wir werden viele Opfer bringen, um zu versuchen uns sicher zu fühlen, Bestehendes oder Bekanntes zu erhalten und vergessen dabei: Nichts kann uns diese Sicherheit geben, die wir uns so sehr wünschen. Du kannst nur aus deinem Innersten heraus, zu einer wirklichen Sicherheit gelangen.

  

Lieber Mensch, lasse deine Gedanken nicht durch gegenwärtige unreflektierte Massenängste durchtränken!

 

Schaue genau hin, wo siehst Du dich überfordert oder verunsichert durch die momentan herrschenden Gedankenströmen und überfliessenden Nachrichten über Covid-19. Wo lässt Du dich mitreissen? In welche Richtung zieht es dich? Was lässt Du in dein Denken hinein?

  

Mit jedem Gedanken erschaffst Du etwas in deinem Leben. Das kannst Du ganz gut daran erkennen, wie Du dich mit dem Gedanken fühlst, oder kurz danach. Gedanken haben eine enorme gestalterische Kraft und verleihen uns Macht. Aber aufgepasst:

 

Es geht hier weder um richtig, noch um falsch. Es geht also weder um die richtigen Gedanken, noch um falsche Gedanken – es ist Zeit, uns endlich aus diesem "Richtig-Falsch-Denken" zu befreien. Dieses Denken führt uns in eine beschränkte Box, aus der wir unseren Blickwinkel selbst klein halten. Mit diesem Denken verpassen wir, eine grössere, über das Denken von "Richtig" und "Falsch" hinausgehende Betrachtungsweise anzunehmen. Es geht eher darum, was Du tief in deinem Innersten spürst, es geht um deine dir eigene Wahrheit.

  

Niemand kann dir deine innerste Wahrheit absprechen. Es ist deine grösste Freiheit. Die Bedingungen im Aussen können noch so beeinflussend oder freiheitsbeschränkend sein, deine tiefste, innere Wahrheit, kann dir nicht genommen werden. Es ist aber deine Verantwortung, diese Wahrheit nicht selbst zu überschatten oder zu verdrängen. Mit jedem Gedanken und mit jeder Handlung, bei der Du deine Wahrheit verleugnest oder unterdrückst, entfernst Du dich von dir selber. Je mehr Du dich von dir selber entfernst, desto schwächer wird deine Lebenskraft - die Kraft, die aus dir heraus strömt - die Kraft, die dich gesund hält, dich am Leben erhält, dir den Zugang zu deiner Lebensfreude öffnet. Es ist sehr menschlich, dass wir uns von Bedingungen und Umstände im Aussen leiten lassen. Ich habe tiefstes Verständnis für unsere menschlichen Ängste und kenne es sehr genau, dass das Zugestehen dieser Ängste nicht einfach ist. Diese Ängste und Unsicherheiten dürfen da sein und wahrgenommen werden. Lasse sie bewusst zu und versuche sie anzunehmen. Bleibe aber nicht darin stecken. Je mehr Du deinen Ängsten unbewussten Raum gibst, umso mehr verdrängst Du deine Lebenskraft. Und desto mehr gibst Du deine innere Freiheit auf.

 

Sei achtsam mit den kollektiven Massengedanken... Lasse nicht zu, dass sie dich von dir selbst, deiner inneren Freiheit wegbringen. Entscheide selbst, welche Gedanken Du in dich rein lässt und mit deiner innersten Wahrheit übereinstimmen – übergebe NIEMANDEM diese Verantwortung. Es ist eine Wahl, die wir immer wieder treffen müssen.

 

Lieber Mensch, jetzt ist wirklich keine Zeit mehr, um uns von unreflektierten und emotionalen Gedankenströmen beeinflussen zu lassen. Jetzt ist es Zeit, Verantwortung für deine eigene Wahrheit zu übernehmen. Damit meine ich: es ist Zeit, dir selbst zu begegnen und dich in erster Linie, mit dem, was Du bist, anzunehmen, auszuhalten und wertzuschätzen. Dann kann sich ein Raum öffnen, in dem Du für deine eigenen Werte auf eine würdevolle Weise einstehen kannst. Dann musst Du dich weder auf schwächende Propaganda einlassen, noch in den Lüften schweben und dich abheben, noch dir Gedanken machen, was andere von dir halten und über dich sagen. Du kannst einfach deine Wahrheit aus dir heraus leben und so anderen ein Licht sein, in diesen unberechenbaren Zeiten.

  

Sei dir bewusst: mit jedem Gedanken sendest Du ein Signal aus. Mit jeder Art von Gedanken gestaltest Du das, was aus dir herausstrahlt. Lieber Mensch, sei achtsam damit, es ist das einzige, was dir nicht genommen werden kann, deine innere Freiheit kann höchsten überschattet werden... was in den allermeisten Fällen durch uns selbst geschieht. Versuche dir immer bewusster zu werden, was Du mit jedem Gedanken ausstrahlst. Und dann stehe auf, stehe in erster Linie für dich selbst ein, für das was Du in deinem tiefsten Inneren bist. Je mehr Du deine innere Freiheit lebst, desto stärker ist deine Lebenskraft und deine Gesundheit.

 

Danke lieber Mensch, dass Du für deine innere Freiheit einstehst, die weder richtig, noch falsch ist, sondern es zulässt, dass Du dir selbst begegnest und dein Herz für das öffnet, was jetzt gerade für dich da ist.

 

Annina Frey, Sozialarbeiterin FH, Pflegefachfrau HF

Rolf Aeppli, Dipl. Homöopath SHI–hfnh, NHP mit eidg. Diplom in Homöopathie

 

Ängste und Unsicherheiten in unberechenbaren Zeiten

Wenn sich etwas verändert, sei das im Aussen, bei unseren Nächsten oder in der Welt... oder sich etwas in uns selbst verändert... Immer, ist die Veränderung mit Unsicherheiten und Ängsten gekoppelt. Aber weshalb ist das so?

 

Wir haben uns mit dem was ist und wie wir geprägt wurden engagiert, haben uns davon Bilder gemacht, auch von dem, wie wir es haben wollen. Das gibt uns Sicherheit, wir identifizieren uns mit dem, um unser Selbstbild zu erhalten – das ist normal und macht uns sehr menschlich. Bei einer Veränderung kommt diese Sicherheit ins Wanken... Denn da sind jetzt auch Grenzen, die überschritten werden müssen. Wenn Grenzen überschritten werden, von uns selbst oder von Aussen, dann löst das in uns Widerstand aus. Das zeigt sich dann auf unterschiedliche Weise: Einige gehen in eine kämpferische Haltung und rebellieren gegen das was ist, andere passen sich an, ohne sich zu fragen, ob das für sie auch stimmt. Wieder andere verfallen in ihren Emotionen, so dass klares Denken unmöglich scheint und mit der Kraft von Emotionen gehandelt wird etc. Es geht nicht um richtiges oder falsches Verhalten – vielleicht eher um Bewusstsein.

 

Doch was steht eigentlich hinter dem Widerstand? Widerstand ist immer eine Abwehr von etwas, ich möchte etwas nicht wahrhaben und verdrängen. Solange wir im Widerstand sind, erzeugt das in uns Stress und Sorgen, was wiederum unsere Lebenskraft und Gesundheit massiv einschränken und vermindern kann – Wir machen uns anfälliger für psychische und physische Erkrankungen.

 

Es geht nicht um ein «Wegreden» von dem was ist. Ängste und Unsicherheiten, ja sogar Panik ist da... und zeigen uns die Grenzen unseres individuellen Mensch-Seins auf.

 

Doch was machen wir, wenn unser Sicherheitsgefühl schwindet und wir uns in einem Schwebezustand befinden?

 

Es ist wichtig, unsere Grenzen, die jetzt überschritten werden - anzuerkennen und unsere Gefühle zuzulassen und anzunehmen. Wichtig ist, in einem nächsten Schritt, sich nicht darin zu verlieren. Wenn wir die Entscheidung treffen, immer wieder aus diesen Gefühlen auszusteigen, dann bekommen wir die Macht – selber zu entscheiden, wie wir mit dem umgehen, was auf uns zu kommt. Wir werden dann weniger von Emotionen gesteuert, die unseren Blickwinkel einengen. Mit jedem Aussteigen, entscheiden wir uns für unser Lebensgefühl, zum Wohl unserer Gesundheit und Lebensfreude. Das ist eine Wahl und kann in jedem Moment immer wieder neu entschieden werden.

 

Doch wenn die Sicherheit schwindet, dann ist es für uns schwierig, diese soeben erwähnten Worte anzunehmen oder umzusetzen. Nein - keiner kann uns ein wirkliches Sicherheitsgefühl in uns selbst vermitteln, weder Versicherungen, noch Massnahmen zur Gesundheitserhaltung, noch ein Mensch, der für uns die Hand in das Feuer legt... und was es noch alles gibt. Sicher unterstützt uns einiges, uns sicherer zu fühlen, aber ein wirklich tiefes Sicherheitsgefühl, welches wir Vertrauen nennen, das kommt aus unserem Inneren heraus und das können wir nur selber erfahren und entfalten.

 

Wenn wir uns an den Prinzipien der Natur orientieren, dann können wir eine andere Sicherheit erlangen. Es ist nicht die Sicherheit, zu wissen was im nächsten Moment gut ist oder was passieren wird, sondern es ist die Sicherheit, vielleicht eher ein tiefes Vertrauen darin, dass sich die Natur immer wieder neu entfalten kann und sich auf verschiedene Weisen ausdrückt. Wir wissen es nie mit Sicherheit, was passieren wird und wohin unsere Reise geht. Wir können unser Vertrauen der Natur schenken und uns an ihren Prinzipien orientieren, von ihr lernen und uns wieder mit ihr verbinden. Denn über Millionen von Jahren hat sich die Natur immer wieder selbst regeneriert, angepasst und neu kreiert.

 

Dieses Bewusstsein, dass es Zeit zum Reifen braucht, damit etwas Neues entsteht, entnehmen wir dem Übergang von Winter in den Frühling ... und genau in dieser Jahreszeit befinden wir uns jetzt auch. Man könnte meinen, dass scheinbar sanfte Veränderungen durch die Natur «im Aussen», in der Welt nun grosse Turbulenzen bewirken, bis das ein System rebelliert und in totalen Widerstand gerät. So ähnlich ist es auch in uns... mit scheinbar kleinen und sanften inneren Veränderungen, können sich ausserhalb von uns grosse Turbulenzen anbahnen. Wir können jetzt versuchen zu erfassen was im Aussen passiert und es versuchen zu verstehen – so lenken wir die Aufmerksamkeit auf das was uns eher als problematisch erscheint, handeln aus dem «Alten» heraus und engen unseren Fokus ein. Oder wir können unsere Aufmerksamkeit auf die stillen, inneren Veränderungen fokussieren, die da gerade geschehen und uns für neue Möglichkeiten öffnen. Denn Antworten zu dem was geschieht, die sind schwer zu finden. Es gibt unzählige Ansichten und Meinungen, Erfahrungen, Bilder und Geschichten. Welche nur die Auswirkungen sind, von dem was sich in unserem Inneren befindet. Wir können uns nach dieser inneren und feinen Spur ausrichten und uns darauf konzentrieren, was sich zeigen möchte. Wenn wir aber nun den Fokus verändern, dann müssen wir uns auch darüber bewusst werden, dass mit einer neuen Betrachtungsweise Unsicherheiten und Ängste aufkommen können, die uns zugleich schwächen – Es ist wie ein erster Schritt in ein unbekanntes Land.

 

Es geht nun darum, gesund in diesen Veränderungen zu bleiben, welche wir nicht beeinflussen können. Manchmal können wir in uns selber noch steuern, wie schnell eine Veränderung vor sich geht, wie viel wir zulassen und zu was wir bereit sind. In dieser Grösse wie wir es nun erleben, ist es schwierig, als Einzelne zu beeinflussen wie schnell die Veränderung auf mich/uns zukommt und was es mit mir/uns macht. Kontrolle ist also eine Strategie, die sich hier nicht mehr zu bewähren scheint. Wir versuchen allgemein bei neuen Dingen noch mit dem «Alten» Denken, das Neue zu bewältigen. Wir versuchen es zu kontrollieren. Das ist eben auch normal, weil uns die Strategien noch fehlen, wie mit der neuen Situation umzugehen. Wir müssen diese zuerst neu entfalten, uns neu erleben im sich neu Anbahnenden. Also wird auch klar, dass es nichts bringt, hier die auftauchenden Ängste und Unsicherheiten zu verdrängen. Eher sie genau zu betrachten und zu entscheiden, immer wieder daraus auszusteigen.

 

Um gesund mit diesen schnellen Veränderungen mitzugehen ist es wichtig darauf zu achten, dass es mir selbst, mit meinen Nächsten und ihnen selbst gut geht. Achtsam und liebevoll sein mit uns selbst und anderen. Grenzen können nur gesund überschritten werden, wenn es mir gut geht. Ich sollte also schauen, dass ich gesund mit dem mitgehen kann, was passiert (vor allem innerlich, meint: unsere Lebenskraft und unser Immunsystem zu stärken). Wenn es mir innerlich gut geht und ich versuche, ein inneres, gesundes Selbstgefühl zu stärken, dann werde ich mit den äusseren Gegebenheiten und Herausforderungen des Lebens besser umgehen können. Ich stärke meine Lebenskraft und mein Immunsystem und kann gesunder mit dem was ist mitfliessen und bin somit auch weniger anfällig für psychische und physische Erkrankungen.

 

Gerne unterstützen wir Sie homöopathisch und beratend in diesem Prozess.

 

Annina Frey, Sozialarbeiterin FH, Pflegefachfrau HF

Rolf Aeppli, Dipl. Homöopath SHI–hfnh, NHP mit eidg. Diplom in Homöopathie

Neuigkeiten:

Ab August 2020 Praxistätigkeit auch im Gesundheitszentrum Schwarzsee

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Tel.: 026 / 670 64 10

Liebe vergeht nicht, sie ist das Lebenselixier der gesamten Schöpfung. 

Dr. Mohinder Singh Jus