Dr. C.F.S. Hahnemann Rose
Dr. C.F.S. Hahnemann Rose

Liebe vergeht nicht, sie ist das Lebenselixier der gesamten Schöpfung.

 

Dr. Mohinder Singh Jus

Gesunde Eigenliebe und die Homöopathie

Drei Beispiele aus der Praxis:

 

  •  A. ist ein 13-jähriges Mädchen. Als ältestes von 3 Kindern hilft sie zu Hause viel mit. Ihre zwei jüngeren Brüder wehren sich immer wieder gegen ihre «Ämtlis» und spielen kleine Streiche. A. tut dies nie, da sie ihre Eltern nicht belasten möchte. Zu Hause tut sie alles, um zu gefallen. Der Harmonie zu liebe und auch weil sie das Gefühl hat, dass sie weniger geliebt wird als ihre Brüder. Sie entwickelt eine Anorexie.

 

  •  Frau B. ist Mutter von zwei Kindern. Sie ist sehr fürsorglich, liebt ihre Kinder über alles und gestaltet ihren Alltag für die beiden. Sie hat sehr viele Ängste, was die Kinder anbelangt. Geht es einem Kind nicht gut, so leidet sie mit. Sie möchte den beiden jede Sorge abnehmen und vergisst dadurch sich selbst. Unter diesem Dauerstress hat sie immer wieder Bronchitis.

 

  •  Herr C. ist ein treuer Arbeiter und Familienvater. Harmonie ist ihm sehr wichtig. Er möchte, dass seine Familie und der Arbeitgeber zufrieden sind. Bei der Arbeit passen ihm einige Dinge nicht. Doch der Harmonie zuliebe, sagt er nichts. Über Monate staut sich die Wut in ihm, doch er sagt immer noch nichts. Er hat Angst zu verletzen und Angst, seine Arbeit zu verlieren, wenn er etwas sagen würde. Im Laufe der Jahre entwickelt er eine chronische Darmentzündung.

 

Kommen diese drei Patienten zu uns in die homöopathische Praxis, so behandeln wir nicht die Krankheit, sondern den Menschen. Nicht der Darm war als erster krank. Er wurde nur krank, weil der Mensch krank ist. Dasselbe mit der Anorexie und der Bronchitis.

 

Die Frage ist also, was behandeln wir? Alle drei Patienten haben etwas gemeinsam. Ihnen allen fehlt die Selbstliebe. Sie opfern sich auf und/oder wehren sich nicht. Egal, ob es von ihnen verlangt wurde oder ob sie es aus eigenen Stücken getan haben. Aber alle drei haben sich selbst vergessen, vernachlässigt und sind dadurch krank geworden.

 

Menschen, wie bei diesen drei Beispielen, fällt es schwer, sich von anderen abzugrenzen. Wir leben in einer Gesellschaft. Wir sind Mutter, Kind, Freund, Tochter, Angestellter, etc. Unsere Entscheidungen im Zusammenleben mit anderen beeinflussen also unweigerlich das Leben anderer. Es ist wichtig, andere zu lieben und Mitgefühl zu zeigen, doch nur solange wir uns dadurch nicht selbst verletzen.

 

Oscar Wilde sagte: «Egoismus besteht nicht darin, dass wir leben, wie wir es wünschen, sondern darin, dass wir von anderen verlangen, dass sie so leben wie wir es wünschen.»

 

Schauen wir also für uns selbst, so sind wir nicht egoistisch, sondern wir handeln aus Eigenliebe. Jeder muss die Eigenverantwortung für sich und sein Leben übernehmen. Je besser er das kann, desto ausgeglichener wird er sein. Schlussendlich wird er dadurch sogar besser geben können.

 

Nehmen wir das Beispiel der Mutter. Was gibt sie ihren Kindern mit? Bestimmt fühlen sie sich geliebt. Doch sie lernen auch, dass sich eine Mutter für ihre Familie aufopfert. Vielleicht lernen sie somit auch, selbst für andere zu leiden und dies als normal zu betrachten.

 

Würde die Mutter mehr zu sich schauen, so wäre sie ausgeglichener. Die Ängste um die Kinder wären nicht mehr so stark. Und als Folge könnte sie den Kindern durch ihre Ausgeglichenheit sogar mehr mitgeben.

 

All dies ist natürlich einfacher gesagt als getan. Oft stecken langjährige Muster hinter diesen Verhalten. Erst müssen diese Muster dem Patienten bewusstwerden. Dann muss die Selbstliebe in kleinen Schritten geübt werden.

 

Das Mädchen A. darf lernen, dass sie ein Kind sein darf, dass es nicht schlimm ist, die Eltern ab und an zu verärgern. Sie muss ihre Bedürfnisse erkennen und lernen sie zu leben. Sie soll erkennen, dass man sich manchmal für sich einsetzen darf und muss. Grenzen sollen getestet und Fehler dürfen gemacht werden. Dadurch wird sie erkennen, wie schön und wichtig sie selbst ist und dass sie genau so liebenswert wie ihre jüngeren Geschwister ist.

 

Frau B. darf lernen ihre Kinder loszulassen. Sie darf sie begleiten und führen, doch sie sind eigenständige Menschen und sie selbst auch. Auch ihre eigenen Bedürfnisse sind wichtig und müssen gelebt werden, damit sie glücklich und gesund sein kann.

 

Herr C. darf lernen, dass er sich wehren darf, dass er was sagen darf, wenn ihm etwas nicht passt und dass dies nicht zwangsläufig zu Verletzungen und einer Kündigung führt. Es kann sogar wichtige Veränderungen herbeiführen, wenn Konflikte angesprochen werden.

 

Das richtige homöopathische Mittel kann diesen Menschen bei ihrem Entwicklungsprozess helfen. Muster können aufgelöst werden. Die Personen werden an ihre Selbstliebe erinnert. In Folge werden Psyche, Lunge und Darm beruhigt und können geheilt werden.

 

Zum Abschluss möchte ich Ihnen eine Rede von Charlie Chaplin zu seinem 70. Geburtstag mitgeben, welche auf wunderschöne Weise vermittelt, was Selbstliebe ist.

 

Maria Breitenmoser Dipl. Homöopathin hfnh

 

 

 

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und dass alles, was geschieht, richtig ist - von da an konnte ich ruhig sein. Heute weiss ich: Das nennt man VERTRAUEN!

 

Als ich mich selbst zu lieben begann, konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben. Heute weiss ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN!

 

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen, und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war. Heute weiss ich: Das nennt man REIFE!

 

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen. Heute mache ich nur das, was mir Spass und Freude macht, was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt, auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo. Heute weiss ich: Das nennt man EHRLICHKEIT!

 

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst. Anfangs nannte ich das "Gesunden Egoismus", aber heute weiss ich: Das ist SELBSTLIEBE!

 

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen, so habe ich mich weniger geirrt. Heute habe ich erkannt: Das nennt man DEMUT!

 

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um meine Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet, so lebe ich heute jeden Tag und nenne es BEWUSSTHEIT!

 

Als ich mich zu lieben begann, da erkannte ich, dass mich mein Denken armselig und krank machen kann. Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte, bekam der Verstand einen wichtigen Partner. Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT!

 

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen zu fürchten, denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander, und es entstehen neue Welten. Heute weiss ich: DAS IST DAS LEBEN!

 

 

Charlie Chaplin an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959